4.3.1.4 Der Rake

Eine Veränderung des Rakes (Neigungs- oder Pfeilwinkel der Finnenvorderkante) zieht eine Änderung des Seitenverhältnisses, des Umrisses und des Verwindungsverhaltens der Finne nach sich. Außerdem kommt es zu einer Druckpunktverschiebung mit Folgen für den Brett- und Segeltrimm. Durch eine Rakezunahme ändert sich an der Finne

  • die Auftriebsverteilung – sie nimmt ab
  • der Widerstand – er nimmt zu, da die dreidimensionale Umströmung zunimmt
  • das Ablöseverhalten – die Ablösung beginnt früher und an der Spitze
  • die Fahrstabilität – sie nimmt bei höherer Geschwindigkeit (bei kürzeren Finnen) zu.

Je stärker der Rake ein und derselben Finne ausgebildet ist, desto ähnlicher wird ihr Fahrverhalten einer Finne mit starker Zuspitzung. Wie bereits erwähnt kann dies mit strömungstechnischen Nachteilen verbunden sein. Andererseits werden Finnen bestimmten Typs bewusst mit sehr viel Rake ausgestattet. Die Praxis zeigt, dass mit zunehmender Finnenkürze der Rake etwas zunehmen sollte, was zu einer Erhöhung der Fahrstabilität im Starkwindbereich und zu besseren Manövereigenschaften führt. So werden Wave- und Speedfinnen oft mit sehr starkem Rake ausgestattet.

Lange Hochleistungsfinnen für Kursrennen führen schon bei geringfügig verändertem Rake zu einem deutlich veränderten Fahrverhalten sowie zu einer Verschiebung ihres optimalen Einsatzbereiches. Für Formulafinnen haben sich geringe Rakewinkel etwa zwischen 1 und 6° als wesentlich für gute Fahrleistungen erwiesen. Bei dieser Angabe sollte nicht vergessen und mit berücksichtigt werden, dass die Brettunterseite mit ihrem Anstellwinkel während der Fahrt diesen Wert beeinflusst.