4.3.3 Die Wölbungsverteilung

Die Wölbungsverteilung von der Basis zur Spitze hin sieht bei den verschiedenen Finnentypen unterschiedlich aus. Während bei Finnen mit geringer Auftriebsleistung das Profil in Spitzennähe eher flach und dünn ausläuft, zahlt es sich vor allem bei längeren Finnen und Formulafinnen aus, diesem Aspekt ein besonderes Augenmerk zu schenken.

Bei Formulafinnen können Überlegungen aus dem Yachtbau hilfreich sein. So zeigt eine Kombination eines schlanken, mäßig zugespitzten, trapezähnlichen Umrisses mit

  • einer geringfügigen Zunahme der relativen Profildicke
  • einer geringfügigen Zunahme des relativen Nasenradius
  • und einer geringfügigen Abnahme der relativen Profiltiefe

zur Finnenspitze hin ausgezeichnete Auftriebs- und auch Allroundeigenschaften.

Weiters verdient das Wurzelprofil an der Finnenbasis Beachtung. Durch den Anbau der Finne an der Brettunterseite ergibt sich ein Interferenzeffekt zwischen der Strömung an der Brettunterseite und der am Finnenprofil. Die Finnenbasis befindet sich in der Strömungsgrenzschicht an der Brettunterseite. Dadurch wird die Umströmung des Finnenprofils gestört. Es kann daher vorteilhaft sein, das Wurzelprofil geringfügig einem Laminarprofil anzunähern, um eine besser anliegende Strömung ohne frühzeitigen Abriss in diesem Bereich zu erreichen.

ABBILDUNG 21: Beispiele für Formulafinnen (Profilkennwerte)


Zwei Beispiele für erfolgreiche Formulafinnen (Länge 70 cm) mit unterschiedlicher Profilcharakteristik:

PW Wurzelprofil

PM Profil auf halber Höhe

PS Profil im Spitzenbereich

Finne A: etwas bessere Leistung auf der Kreuz

relative             relative

Profildicke       Profiltiefe

PW 7,5 %              35 %

PM 8,1 %              29 %

PS 10 %                 26 %

Finne B: etwas geschwindigkeitsorientierter

PW 7,3 %               42 %

PM 8,0 %               30 %

PS 8,8 %                 26 %