6.2 Die Wavefinne

Die Wavefinne ist eine kleine, stark gekrümmte Finne, deren Leistungsschwerpunkt auf Manöverfreundlichkeit liegt. Daraus abzuleiten, ihre Bedeutung gegenüber Brett und Segel wäre geringer als die der anderen, größeren Finnentypen, ist absolut unrichtig. Die kleinen Waveboards reagieren äußerst sensibel auf die Finne, sodass sie zu einem wichtigen Faktor sowohl für den Profi als auch für den Freizeitsurfer wird.

Zu große Wavefinnen mit zu hartem Tip führen sehr rasch zu Kontrollproblemen und verschlechtern leicht die ansonsten sehr guten Manövereigenschaften eines Boards. Ist dagegen die Finne zu weich oder zu klein, werden die Fahrleistungen sofort drastisch reduziert.

Angepasst an die unterschiedlichen Einsatzgebiete unterscheidet man zwischen Sideshore Wave und Onshore Wave Finnen.

Bei Onshore-Bedingungen bläst der Wind überwiegend auflandig. Es werden eher größere und steifere Finnen gefahren (~ 25 cm) mit etwas weniger Krümmung, sodass sie mehr Auftrieb bringen. Dazu kommt ein etwas dickeres Profil und eine stumpfere Nase.

Bei Sideshore-Bedingungen sind gute Kontrolle und Speed wichtig. Die Finnen sind etwas kleiner, stärker gekrümmt und besitzen ein flacheres Profil.

Wavefinnen sollen laufruhig, gut kontrollierbar, drehfreudig und gut im Angleiten sein. Insgesamt liegt der Schwerpunkt auf Manöverfreundlichkeit und weniger auf Fahrleistung. Daher besitzen sie geringeren Tiefgang, viel Rake und starke Krümmung. Die Krümmung ergibt erhöhte Stabilität bei Belastung im Manöver. Weiters ist ein weiches Twist-Flex-Verhalten erwünscht. Extreme Belastungen und radikale Richtungsänderungen erfordern vor allem viel Twist im Tip, die Finne soll das Gefühl vermitteln, beweglich und lebendig zu sein. Im Bereich der Anströmkante und im Basisbereich sollte sie steif sein.

Der Strömungsaufbau soll nach dem Strömungsabriss, etwa nach einem Sprung oder einem radikalen Manöver, schnellstmöglich erfolgen. Dies wird gefördert durch größere Profildicke, geringere Profiltiefe (auch weniger als 30 Prozent!), stumpfere Nase und ausgeprägtes Flexverhalten.

Vom Material her werden zumeist G 10-Finnen angeboten. G 10-Finnen zeigen gutes Twist-Flexverhalten gepaart mit guten Fahrleistungen. Außerdem zeichnen sie sich durch große Robustheit aus.

Die häufigsten Größen bewegen sich zwischen 17 und 25 cm, wobei die kleineren für extreme Wendigkeit und Starkwind stehen.