7. Der Spinout

Dieses Phänomen an der Finne führt zu einem mehr oder weniger plötzlichen seitlichen Wegbrechen des Hecks, das Brett driftet unkontrolliert quergestellt durchs Wasser und nicht selten erfolgt in der Folge ein Schleudersturz.

Förderlich für diesen Vorgang sind unter anderem

  • eine hohe Fahrgeschwindigkeit
  • ein dünnes Finnenprofil
  • eine geringe, träge Rückstellgeschwindigkeit
  • ein großer Anstellwinkel über 15°
  • zu viel Druck auf der Finne durch das hintere Bein
  • eine Belüftung der Finne durch Luftblasen im Wasser z.B. im Fahrwasser eines anderen Surfers, in Kabbelwasser, beim Überqueren einer Welle, nach einem Sprung, durch ein ungünstiges Unterwasserschiff des Surfboards
  • Ansaugen von Luft über die Hinterkante des Boards, wenn die Finne zu knapp an der Hinterkante montiert ist z. B. bei breiten Formulaboards.
  • eine ungleichmäßige Verteilung der Unterdruckverhältnisse an der Saugseite der Finne, wodurch Unterdruckspitzen entstehen. Dies wird durch eine ungünstige Outline (dreieckig) und durch ein ungünstiges Twist-Flexverhalten gefördert. Auch extrem harte und extrem weiche Finnen zeigen derartige Auswirkungen.

Spinout ist ein Begriff aus dem Surfsport und wird vom Hydrodynamiker als Kavitation bezeichnet. Er versteht darunter das Entstehen eines zu hohen Unterdrucks an der Luvseite der Finne. Es bilden sich hier Wasserdampfblasen, da in diesem Bereich das Wasser quasi zu kochen beginnt. Die Folge ist ein plötzlicher Strömungsabriss an der Finne und ein Kontrollverlust über das Board.

Diese physikalische Erscheinung wurde von O. REYNOLDS im 19. Jahrhundert vorhergesagt und zum ersten Mal an den Propellerblättern eines englischen Torpedobootes gegen Ende desselben Jahrhunderts beobachtet. Der Begriff Kavitation stammt von R. E. FROUDE, einem bekannten Schiffskonstrukteur jener Zeit.

Moderne Finnen neigen immer weniger zu Spinout. Dafür verantwortlich ist die zunehmend bessere und exaktere Profilierung sowie ein ausgeglichenes Twist- und Flexverhalten. Eine gute Finne zeigt dem erfahrenen Fahrer den herannahenden Spinout an und ein kurzes Heranziehen oder Entlasten des Hecks kann ihn dann eventuell verhindern.